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El Hierro

Datum:
Mittwoch, 24. Juni 2026

Uhrzeit:
18:00 Uhr

Ort:
El Hierro

Koordinaten:
27°47.197'N, 17°54.120'W

Reisetag:
288

Crew:
Diane und Jürgen

Wetter:
heiter

Seegang:
1.2m

Wind:
4 - 21 kts

Autor(in):
Jürgen Trost

Nord - Ost - Passat

Es bläst seit Tagen, wenn man im größeren Maßstab auf die Inseln sieht seit Wochen mit 14 bis 17 Knoten aus Nord-Ost. Das ist er also, der legendäre Passatwind. Der Wind, der den schnellen Transfer für Segelboote von Europa in die Karibik garantiert und der Wind, der schon Columbus und viele Entdecker nach ihm gen Westen trug. Wenn's nur um diesen Wind ginge, könnten wir täglich in die Karibik aufbrechen. Leider beginnt jetzt in der Karibik die Hurrikansaison; d.h. wenn wir jetzt losziehen, kommen wir schnell über das große Wasser, müssen allerdings damit rechnen, drüben in einen Hurrikan zu geraten. Deshalb verschieben wir unsere Abfahrt auf den Herbst und genießen die Zeit, die wir nun auf den Kanaren haben.

El Hierro, die kleinste der großen kanarischen Inseln, war uns zu Hause, aber auch hier von vielen Seglern, als Geheimtipp empfohlen worden. Wären wir im Januar vor der Hurrikansaison aufgebrochen, hätten wir El Hierro sicher ausgelassen. Aber jetzt haben wir Lust und Zeit, die Insel, die noch frei von Massentourismus ist, kennenzulernen. Heute wollen wir Segel setzen und die knappen 40sm bis dorthin mit kräftiger Unterstützung des Passatwindes überbrücken. Zwischen den Inseln, in diesem Fall direkt bis in den Zielhafen, müssen wir mit kräftigem Wind aufgrund der Düsenwirkung rechnen. 

Dies im Bewußtsein machen wir um 08:15 Uhr seeklar, um 8:30 Uhr geht der Anker auf. Das Großsegel setzen wir mit dem ersten Reff, wir rechnen also mit bis zu 24 Knoten; mal sehen, ob das passt. Die neue Steuerbordmaschine schiebt uns aus dem Windschatten La Gomeras. Wenige Wolken und unglaublich blaues Wasser lösen bei uns Begeisterung aus. Hier werden wir für die vielen Flauten bei der Herfahrt entschädigt.

Um 10:00 Uhr, pünktlich, verlassen wir den Windschatten und der Windmesser sagt schlagartig 14 Knoten an. Die Fock wird ausgerollt und John B. legt sich ins Zeug, mit 7 Knoten rauschen wir völlig harmonisch durch den Atlantik. Ohne Reff würden wir sicher 8 Knoten laufen, aber müssten ständig auf der Hut sein, doch wieder die Segelfläche zu reduzieren. Heute bleiben wir bei der entspannten Variante und geben uns mit 6,6 Knoten im Schnitt zufrieden.

Als wir unseren Liegeplatz ansteuern, bekommen wir noch einmal kräftig Wind von der Seite und der Skipper fährt sich eine ordentliche Schramme in die Steuerbordseite. Ausgerechnet unser Liegeplatz hatte keinen Stegfender, Schschschade! Aber der Segeltag war trotzdem bemerkenswert schön.

Schlagworte: Düse Passat

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