Borkum Burkana - ein Hafen für Liebhaber
In Burkana hatten wir wie fast immer liebe Liegenachbarn und so ergab sich das eine oder andere Gespräch über das woher und wohin. Zunächst lag neben uns eine Hallberg-Rassy mit einem Pärchen aus den Niederlanden als Eigner.
Die Hallberg-Rassy erinnerte uns an eine wundersame Begegnung eben hier in Burkana. Weil Burkana nun zu wesentlichen Teilen von den Versorgungsschiffen für die Windparks benutzt wird, ein Steg für den Rettungskreuzer und eventuelle Notfälle freigehalten wird und auch die Fischereifahrzeuge ihren Platz beanspruchen, kommen die Gastlieger regelmäßig zu kurz und müssen sich mit einem halben Steg begnügen. Die Folge ist, dass die Boote in der Reihenfolge ihrer Ankunft Päckchen bilden. So kann es sein, dass an einem 10m Boot zwei oder gar drei Yachten mit 14m oder mehr liegen. In gerad so einer Situation geschah es, dass in dem kaum beherrschten Chaos der Gastlieger plötzlich eine 18m Yacht im Hafenbecken auftauchte und ihren Platz im Chaos beanspruchte. Und mit vorgetragener exzellenter Seemannschaft schließlich am Ende eines Päckchens auch einnahm. Es lagen ganz innen 2 kleine 10m Boote, zwei 12m Yachten und schließlich die 18m Yacht. Die 10m Boote fühlten sich zurecht in die Enge gedrückt und es entstand in einer seltenen Koalition zwischen Gastliegern und einheimischen Wassersportlern eine Initiative zur artgerechten Haltung und Rettung eingeklemmter Segelboote. Diese Graswurzelbewegung erreichte beim Hafenmeister, dass die 18m Yacht einen Liegeplatz am Steg des Rettungskreuzers bekam.
John B. beobachtete das Geschehen aus einem anderen Päckchen, in dem sie nicht weniger unglücklich festgemacht war. Kaum hatte die 18m Yacht festgemacht, lag die John B. längsseits dieser außergewöhnlichen Yacht. Die Yacht war nicht nur vom Design her eine bemerkenswerte Schönheit, sie war auch in einem mehr als außergewöhnlich hervorragendem Zustand. Die Skipperin lies sich davon so blenden, dass sie sich schon vorstellen konnte, John B. und damit dem Skipper untreu zu werden. Auf jeden Fall hatte uns diese Yacht für die Nacht einen besonders angenehmen Liegeplatz verschafft.
Am nächsten Morgen Punkt 08:00 Uhr sollte die Reise bei unseren Nachbarn weitergehen und auch wir wollten Richtung Emden in See stechen. Da ergab sich doch noch ein Gespräch mit einem der zwei Männer auf unserer Liegenachbarin. Mit ein wenig verschämter Miene machte er uns darauf aufmerksam, wer denn da neben uns liegt und wer uns einen Längsseitsliegeplatz beschafft hatte. Es war Magnus Rassy, dem nicht nur das Schiff gehörte, sondern auch die Werft auf dem das Schiff entstanden ist, die angesehenste Werft im Serienyachtbau. Magnus Rassy war mit einer weiteren Person als Crew auf dem Weg von Schweden nach Monaco und trifft die John B. in Burkana.
Bei unserer jetzigen Reise wollte die erste Yacht um 04:00 Uhr das Päckchen verlassen, was bedeutete, dass sich im Hafen ein Yachtentanz entfaltete, der bis um kurz nach 09:00 Uhr anhielt und wir uns dann schon für die Abreise seeklar machen wollten. Um 11:40 Uhr haben wir Burkana mit Kurs auf Ijmuiden in den Niederlanden verlassen. Schnell mußten wir lernen, dass der Wind für die Reise hinter Vorhersage und Hoffnung zurückblieb, so dass wir viel motoren mussten.