Rotterdam - was für ein Hafen
Unsere Tour von Ijmuiden nach Oostende führte uns am Hafen von Rotterdam vorbei. Dieser liegt im Rhein-Maas-Delta an der Mündung des Rheins in die Nordsee am Hoek van Holland und ist einer der größten Seehäfen der Welt und mit einem Umschlag von rund 450 Millionen Tonnen im Jahr der größte Tiefwasserhafen in Europa, er nimmt eine Fläche von ca. 125 km² ein. Auf einer der dichtest befahrenen Wasserstraßen der Welt wollten wir diesen Hafen verständlicherweise unbedingt bei Tageslicht passieren. Die Route hatte ich daher besonders sorgfältig unter Berücksichtigung von Strömung, Windstärke und -richtung sowie durchschnittlicher Reisegeschwindigkeit für eine Ankunft in Oostende in den Morgenstunden vorbereitet. Die Wegepunkte an den kritischen Stellen waren entsprechend gesetzt, die zu beachtenden Fahrwassertonnen markiert.
Um kurz vor 12 Uhr hatten wir den Hafen von Ijmuiden verlassen und waren mit achterlichem Wind und gesetzter Genua ausreichend schnell unterwegs. Nach 5 Stunden erreichten wir - nach unseren Erfahrungen im Elbefahrwasser mit leichter Anspannung - die Zone „recommended crossing for small crafts“. Wider Erwarten verlief die einstündige Durchfahrt jedoch ohne Schwierigkeiten, die Riesenschiffe kreuzten in gleichmäßigem Abstand unsere Bahn, außer uns war nur noch ein Segelschiff unterwegs. Um kurz vor 20 Uhr übernahm ich mehrschichtig verpackt die erste Wache, die Genua hatten wir für die Nacht gerefft.
Der Wind wurde immer stärker, knapp 20ktn und Böen bis 25ktn, nach wie vor achterlich, die Dünung nahm zu, die Wellenhöhe war ja mit 1,10m vorhergesagt. Wohlgemerkt: Der John B. gefällt das, sie wird immer schneller, sie tanzt hin und her und zeigt uns, dass wir am seefesten Verstauen des Inventars noch arbeiten müssen. Für mich hat John B. ein Training der Tiefenmuskulatur eingeplant. Um kurz vor 23 Uhr werde ich von Jürgen erlöst.