Ein schwieriger Entschluß
Um 01:00 Uhr übernimmt Diane die Wache und Jürgen schläft ein noch bevor er die Brille abgelegt hat. Auf Dianes Wache nimmt der Wind immer weiter ab. Die Flaute holt uns ein. Als Jürgen um 05:00 Uhr wieder übernimmt, laufen wir nur noch 2.0 bis 3.0kts. Jürgen holt die Segel ein und läuft mit Maschine unsere 5.5 bis 6.5kts. Aber der Wind nimmt weiter ab und Jürgen studiert die Wettervorhersagen. Tatsächlich ist die Flaute schneller als gestern noch angesagt, das Sturmtief auf den Kanaren wird aber immer noch für den gleichen Zeitraum vorhergesagt. Es bleiben uns zwei Optionen. Wir können die Kanaren unter Motor anlaufen, würden dann aber unter Umständen mit fast leerem Tank in ein Unwetter geraten. Oder wir können abdrehen und die portugiesische Küste, die Algarve, anlaufen.
Als Diane um 09:30 Uhr aufwacht, besprechen wir die Lage und drehen ab.
(PS.: Während ich diese Zeilen vom handschriftlichen Logbuch abschreibe, tobt draußen der Sturm, der mittlerweile die Algarve erreicht hat. Wir messen immer wieder mehr als 40kts Windgeschwindigkeit. Gut, dass wir da nicht reingeraten sind.)
Wir sind beide recht enttäuscht, schließlich hatten wir schon deutlich mehr als 150sm Richtung Kanaren gut gemacht, aber nun heißt unser neues Ziel Lagos und das liegt 120sm voraus. Auf dem neuen Kurs fahren wir nicht mehr vor dem Wind, sondern mit halben Wind und John B. läuft gut 6.0kts. Wenigstens das ist gut. Nach bester Schätzung werden wir morgen Abend in Lagos sein.