Hier ist's gemütlich
Wir haben natürlich auf die erfahrenen Segler und Wanderer gehört, die schon lange vor unserer Ankunft hier von La Gomera geschwärmt haben. Tatsächlich liegt man in der Marina sehr ruhig und gut aufgehoben, in der Nähe von Geschäften und Restaurants, in Gemeinschaft mit vielen freundlichen Seglern und meist geschützt von Zivilisationslärm.
Das Wasser der Marina ist klar und man kann eine Vielzahl von Fischen (2 - 60cm) beobachten und auch Krebse zeigen keine besondere Scheu. Bemerkenswert im Vergleich zu vielen anderen Marinen ist aber die Nähe zum Zentrum der wirklich gemütlichen Kleinstadt San Sebastián. Das Straßenbild, um dieses unselige Wort zu gebrauchen, zeigt natürlich uns Touristen aber eben auch die Einheimischen in den Restaurants und Cafes. Es gibt viele, die nur spanisch sprechen und uns deshalb fordern, unsere rudimentären Kenntnisse der spanischen Sprache zu üben. Gestern habe ich versucht im Cafe zu zahlen und heraus kam:
„Puedo cantar con trajeta?“ (Kann ich mit der Karte singen?) statt „Puedo pagar con trajeta?“ (Kann ich mit der Karte zahlen?). Die Bedienung schenkte mit ein sehr breites Lachen.
Die Geschichte La Gomeras ist im Vergleich zu ähnlichen Besiedlungen aus gleicher Zeit eher versöhnlich. Ureinwohner (Gomeros und Gomeritas) lebten nebeneinander mit den spanischen Einwanderern. Kriege oder Schlachten gab es fast keine. Der Schutzturm, in dem sich die herrschenden Adeligen verstecken konnten, ist im Vergleich zu den Festungen, die wir in Portugal gesehen haben, eher symbolischer Natur.
Wenige Jahre nach der Besiedlung durch die Spanier ging in San Sebastian ein gewisser Christoph Columbus an Land, um das letzte Mal vor seiner großen Fahrt nach Westen Wasser aufzunehmen. Eine kleine Statue und einige Gedenksteine erinnern an diesen Augenblick, in dem San Sebastian in die Weltgeschichte einging. Wir rechnen eher nicht damit, dass wir eine ebensolche Statue bekommen, auch wenn wir hier vielleicht grad dasselbe tun, wie einst der Herr Columbus.
So spazieren wir durch die Stadt, genießen die Vegetation und die schattigen Plätze zum Eis essen oder Tee trinken.