Segelyacht John B. logoNeuester Eintrag Zufälliger Eintrag
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Oostende

Datum:
Sonntag, 17. August 2025

Uhrzeit:
19:28 Uhr

Ort:
Oostende

Koordinaten:
51°13.668'N, 2°55.307'O

Reisetag:
8

Crew:
Diane und Jürgen

Wetter:
heiter

Seegang:
bis 1.1m

Wind:
- 18 ktn

Autor(in):
Jürgen Trost

John B., John B., Traffic Centre Zeebrügge!

Manche würden es ein Luxusproblem nennen, wir waren zu schnell. Wir hatten wegen der rein achterlichen Winde mit 5-6ktn für unsere Fahrt gerechnet, stellten aber nach Rotterdam fest, dass wir gut mit 7-8ktn unterwegs waren und deshalb damit rechnen mussten, im Dunkeln in Oostende anzukommen. So wurde die Segelfläche verkleinert bis wir nur noch 5ktn liefen. Und wir versuchten unsere normale Nachtwache aufzunehmen. Allerdings fehlte immer noch der Gewöhnungseffekt und Diane wurde zu früh müde und Jürgen konnte nicht schlafen. So habe ich um 22:30Uhr die Wache übernommen und konnte bis 01:30 Uhr durchhalten. In Dianes folgender Wachzeit nahmen Wind und Dünung zu, so dass wir ab 03:00 Uhr wieder gemeinsam Wache gingen. Unter Segeln wurden wir wieder schneller, rollten die kleine Restfock ein und liefen unter Motor langsam Richtung Oostende. 

Gegen 4:30 Uhr passierten wir die Zufahrt von Zeebrügge. Wir hatten Rotterdam mit einigem Respekt passiert, jedoch von Zeebrügge eigentlich keine Schwierigkeiten erwartet. Aber als wir uns der Zufahrt näherten mussten wir feststellen, dass wir uns das Scheur genannte Fahrwasser mit 3 Fischereifahrzeugen (85m - 145m) und einem Frachter (88m) teilen mussten. Die Fischereifahrzeuge mäanderten im Fahrwasser, so dass eins der Fahrzeuge eigentlich immer auf Kollisionskurs lag. Mit Geschwindigkeitswechseln und einem großen Haken suchte sich die John B. unter Einhaltung der Seeschiffahrtsstraßenordnung und vernünftigen Sicherheitsabständen einen Kurs aus dieser ungemütlichen Situation. Als die Situation bereinigt war, erfolgte ein Anruf der Verkehrsleitstelle, Traffic Centre Zeebrügge. Woher wir denn kämen, wohin wir den wollten und was infolgedessen unser Kurs wäre, fragte der Operator. Er konnte an unserem Begehr und Verhalten kein Fehl erkennen und verabschiedete sich wieder aus dem Funk. Und wir freuten uns, dass er sich eigentlich zu spät gemeldet hatte, so dass wir neben der Beobachtung der Schiffe nicht auch noch funken mussten.

Wenig später wurde es wieder hell und das Einlaufen in Oostende verlief sehr zu unserer Freude ereignislos. Der sehr freundliche Hafenmeister wies uns einen Liegeplatz hinter der Schleuse und zwei Brücken zu, die Crew der John B. machte erst das Schiff fest und dann umgehend die Augen zu.

 

Schlagworte: Belgien

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