Segelyacht John B. logoNeuester Eintrag Zufälliger Eintrag
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Bonjour, mein Name ist See, Grundsee

Datum:
Samstag, 06. September 2025

Uhrzeit:
23:58 Uhr

Ort:
Anse de Camaret

Koordinaten:
48°17.275'N, 4°35.521'W

Reisetag:
28

Crew:
Diane und Jürgen

Wetter:
das haben wir nicht geglaubt

Seegang:
0.4 bis > 3m

Wind:
5 bis 28 ktn

Autor(in):
Jürgen Trost

Man muss auch schnelle Entscheidungen treffen können,     oder?

Um 08:00 Uhr wollten wir in Roscoff sein, eine Stunde später laufen wir auf den Hafen zu und sehen uns die Welt an. Eine Reihe von Booten haben sich vor Roscoff eingestellt und warten auf den Umschlag der Tide. Die meisten Boote kennen wir schon von der See und den Häfen. Wir können die Boote Dank eines Automatischen Identifikationssystems (AIS) bestimmen. Das AIS ist für die Berufsschifffahrt vorgeschrieben und wird von immer mehr Sportschiffern verwendet, weil es erlaubt, die Identität, die Position, den Kurs und die Geschwindigkeit anderer Schiffe sicher zu bestimmen und gefährliche Situationen zu vermeiden.

Mit etwas Übung erkennt man auch den erfahrenen Skipper und die Ziele der Schiffe durch Beobachtung der Schiffe im AIS. Einige Schiffe brachen von Roscoff in Richtung Biskaya auf. Konnte das nicht auch für uns eine Alternative sein. Solange hatten wir auf den richtigen Wind gewartet und jetzt weht er in unsere Richtung. Und wir fahren in den Hafen? Bei den jetzigen Bedingungen könnten wir in 10 Stunden in Brest oder Camaret-sur-Mer sein. Da können wir noch bei Tageslicht einlaufen. Nach einer kurzen Überlegung legen wir den neuen Kurs an, mit 8ktn Richtung Brest. Dort wo die Nordküste der Bretagne ihr westliches Ende findet, zwischen Festland und der Île d'Ouessant sollen zur Zeit unserer Ankunft etwas mehr als 19ktn Wind wehen, da sollten wir gut und gerne 6ktn auch unter Motor laufen können, dann sind wir da in 2-3 Stunden spätestens durch. Also ab dafür!

Bis zu der fraglichen Stelle segeln wir unter besten Bedingungen.

Dann laufen wir auf die Île d'Ouessant zu und finden uns plötzlich - wie eingeschaltet - in einer schweren See wieder. John B. tanzt auf den Wellen, das Wasser schlägt über das Vordeck. Das Cockpit bleibt trocken aber die ganze Situation der Etappe hat sich geändert. John B. läuft gegen die Wellen gerade noch 3ktn, der Wind bläst uns mit 24-28ktn entgegen. Und wir fragen uns, was wir übersehen haben.

Ein Blick auf die Seekarte erklärt uns, dass der Südwind die Wellen von unten gegen die Meeresenge zwischen Festland und der Île d'Ouessant treibt. Aus den relativ moderaten Wellen wird eine sogenannte Grundsee, die John B. schüttelt, wie sie seit wir sie kennen nicht geschüttelt worden ist. Das hatten wir übersehen. Aber ... The Rig held true, as the salt spray flue.

Um ca. 14:00 Uhr ging der Tanz los, gegen 24:00 Uhr hatten wir unseren Schutzhafen erreicht, die Emotionslage war irgendwo zwischen Erleichterung und tiefempfundener Dankbarkeit.

 

Schlagworte: Lessons learned Frankreich

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