Segelyacht John B. logoNeuester Eintrag Zufälliger Eintrag
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Biskaya 1/3

Datum:
Dienstag, 23. September 2025

Uhrzeit:
23:58 Uhr

Ort:
Biskaya

Koordinaten:
47°14.059'N, 5°39.998'W

Reisetag:
45

Crew:
Diane und Jürgen

Wetter:
heiter

Seegang:
0.5 m

Wind:
seltene Wettererscheinung

Autor(in):
Jürgen Trost

Berühmte Seegebiete (Teil 2)

Es wird Herbst in der Bretagne, die Westwinde werden stärker, die Nachttemperaturen werden ungemütlich und die Touristen werden weniger, während John B. auf ein Wetterfenster für die Überquerung der Biskaya wartet. In der letzten Woche haben wir ein Fenster ziehen lassen, weil es zu wenig Wind für die Überfahrt versprach. Aber heute, finden wir, kann das Fenster passen, weil es zumindest für die zweite Halbzeit der Querung hinreichend Wind aus nordöstlichen Richtungen verspricht. Sollte das eintreffen, wird John B. über die See fliegen. 

Aber als wir um 06:00 Uhr John B. für die Abfahrt herausputzen (Landanschluß einholen, Segel auspacken, Steuersäule auspacken, ...) rührt kein Windchen das Wasser. So laufen wir unter Motor aus und hoffen, dass wir bald das Gebiet mit zumindest leichten Winden erreichen. 

Als wir gegen 11:00 Uhr leichten, achterlichen Wind beobachten, setzen wir Segel. Aber wer diese Situation kennt, weiß, dass das Seglen so keinen Spaß macht, weil man wenig Fahrt macht und und die Segel unzufrieden schlagen und klappern. Und so werden die Motoren wieder in die Pflicht genommen und schieben. 

Jetzt sind wir auf der Biskaya und sie vermittelt mit sanfter Dünung, dem unendlichen Himmel und seinen harmlosen Schäfchenwolken nichts von dem gefährlichen Charakter, für den sie bekannt ist. Diane und ich denken beide an Göke Brechters Wallenstein, einen ihrer Vorfahren mütterlicherseits. Göke Wallenstein war mit 29 Jahren Kapitän und Miteigentümer der Schonerbark "Jannette" und wird seit dem Dezember 1899 in der Biskaya vermisst. Was waren das für mutige Seeleute, die ohne Satelittennavigation, ohne Wetterbericht und ohne Dieselmotoren diese Reise antraten?

Als es dunkel werden will, holen wir das klappernde Groß ein. Dabei entdecken wir, dass ein Mastrutscher ausgehakt ist, wir können nicht sofort feststellen, ob das mit Bordmitteln zu beheben ist.  Wir setzen in der Hoffnung auf nächtliche Winde das Backstag und teilen die Wache auf. 
Tatsächlich stellt sich der Wind ein, Seemeile um Seemeile übernimmt er mehr Druck, so dass die Motoren immer mehr Last abgeben.

Schlagworte: Unterwegs Berühmte Seegebiete

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