Eine neue Weihnachtserfahrung
Wie wir es vor vielen Monaten mit Talitha besprochen hatten, hat es nun gestern geklappt. Talitha ist mit dem Charterflieger aus Düsseldorf am Südflughafen von Teneriffa angekommen und wir konnten sie direkt nach Zoll und Immigration in Empfang nehmen. Die Freude über das Wiedersehen war bei allen auch bei Bordhund Lukas groß. Und wir hatten alle Hände voll zu tun, um die Weihnachtstage vorzubereiten, die nun trotz Sonnenschein und frühsommerlicher Temperaturen vor der Tür standen.
Zwar waren schon auf Gran Canaria LED beleuchtete Schneemänner, blinkende Rentiere und Riesenschneeflocken zu sehen und aus vielen Lautsprechern dudelten die bekanntesten 20 Weihnachtslieder in Dauerschleife. Aber das Herannahen des Weihnachtsfestes konnten wir angesichts von kurzer Strandbekleidung und Grillessen auf den Nachbaryachten nicht wirklich spüren. Talithas mitgebrachte Weihnachtsgeschenke lösten dann aber die Weihnachtsvorbereitungen aus.
Ein Anruf beim Inselpfarrer für die deutsche Gemeinde gab uns den Hinweis, dass wir einen deutschen Weihnachtsgottesdienst in der vielsagenden Gemeinde "Los Christianos", gerade 15km von der Marina entfernt, finden konnten. Damit stand ein Termin für das Fest fest. Das Festtagsessen kann nichts anderes sein als "Kartoffelsalat mit Würstchen und veganen Würstchen" nach dem Rezept von Oma Nanny. Das Rezept wurde auch noch schnell nach Heidelberg telefoniert. Die Zutaten haben Diane und Talitha mit den Zutaten für die Mahlzeiten für die weiteren Feiertage besorgt und gemeinsam stürzten wir uns in die Vorbereitung.
So festlich gekleidet wie es die Bordgaderobe erlaubt, machten wir uns dann auf den Weg in die Kirche. Ein Parkplatz war trotz des laufenden Einkaufsverkehrs(!) schnell gefunden und wir fanden unseren Platz (mit Kissen, denn Diane wurde vom Ischiasnerv gequält) in der Kirche. Der Gottesdienst war besser besucht als man es von den Gemeinden in Deutschland erwarten kann und wir meinten erkennen zu können, welche der Besucher wohl Kirchengemeinderäte in ihren Heimatgemeinden sind. Mit Emotionen, die irgendwo zwischen Dankbarkeit und Wehmut zu finden sind, hörten wir die alten Worte der Hoffnung, die Christen seit tausenden Jahren zugesprochen werden: "Siehe ich verkünde Euch große Freude".
Und zum Abschluß des Gottesdienstes singt die Gemeinde "Stille Nacht". Die Pforten der Kirche werden geöffnet und der kraftvolle Gesang geht, wie in tausenden anderen Gemeinden auch, in die Welt. Möge es helfen.
Wieder an Bord freuen wir uns sehr über die Möglichkeit per Videoanruf alle Tröster vereinen zu können. Es ist nun doch das erste Mal ein Heiligabend, an dem alle Geschwister von einander getrennt sind und es keine Krippe und keinen Weihnachstsbaum in der Ziegelwasenstr. 1 gibt. Aber eine Bescherung soll es doch geben und so wird kurzerhand der Kartentisch zum Gabentisch.