Ein Tag vor Anker
Nach dem für unsere Körper unerwarteten Kälteeinbruch haben wir noch einige Tage unsere Erkältung auskuriert, es ruhig angehen lassen, kleinere Anbauten am Schiff durchgeführt und uns über unsere nächste Insel - La Gomera - informiert. Für den Tag vor unserem gebuchten Aufenthalt im Hafen von San Sebastian haben wir uns eine Ankerbucht im Süden der Insel ausgesucht, die bei den vorhergesagten Nordostwinden geschützt erschien.
Nach anderthalb Monaten Teneriffa, Weihnachtsfeier, Jahreswechsel, Heimatreise und Rekonvaleszenz wollen wir unseren Liegeplatz verlassen und einen kleinen Hüpfer nach La Gomera wagen. Die 30sm versprechen eine Schönwetterreise ohne Wind bis zur Düse, von dort aus "wohl ein bisschen mehr (29kts)". Nach 5 bis 6 Stunden erwarten wir, dass der Anker fällt. Was wir nicht erwartet haben ist, dass sich unser Gleichgewichtsorgan auf Land eingestellt hat und die Schaukelei mit einem schon vergessenen Druck in der Magengegend quittiert.
Es bleibt bei dem Druck. Das schöne Wetter, die schon kräftige Sonne und viele kleine Erlebnisse (Hochgeschwindigkeitsfähren, Delfine, andere Segler) helfen uns, schnell wieder seefit zu werden.
Die Ankerbucht zeigt uns einen steil ansteigenden Kiesstrand, so dass wir auf 8m mit ca. 2m Tide den Anker fallen lassen. Wegen des steilen Strandes liegen wir gefühlt in der Nähe der Brandung. Die elektronische Ankerwache gibt aber nur einmal während der Nacht "Alarm" und dokumentiert damit, dass wir nur wenig am Ankerplatz schwojen. Wir sind stolz auf den Anker und die neue Kette. Wir genießen den einsamen Ankerplatz.