Über die einsamen Wege
Schon als wir zum ersten Mal in San Sebastian lagen, war uns bei einer Wanderung der Tafelberg "La Fortaleza" aufgefallen. Wegen der außerordentlichen Form und Lage wollten wir diesen Berg näher kennenlernen. Und heute haben wir uns auf den Weg gemacht. Nach kurzer Recherche wissen wir nun, dass der Berg den Ureinwohnern zunächst wohl eine Kultstätte war. Untersuchungen förderten Ritualplätze und Reste von Tieren zu Tage, so dass man wohl davon ausgehen kann, dass hier Opferungen vorgenommen wurden. Als die Spanier die Insel eroberten, zogen sich einige der Ureinwohner auf die Fortaleza, die Festung, zurück, um von dort aus Widerstand zu leisten. Als ihnen die aussichtslose Lage bewußt wurde, entschieden sie sich gegen die Sklaverei für einen gemeinsamen Suizid.
Es stand für heute nicht nur ein landschaftlich, sondern auch historisch interessanter Ort auf dem Tagesplan. Mit dem Bus ließen wir uns zu der kleinen Ortschaft Chipude in Gipfelnähe bringen. Der Weg hinauf war mit Handykarte, Wegweisern und auch durch den bloßen Augenschein leicht zu finden. Allerdings machten uns unsere Wanderpause in der Werft, die hohen Temperaturen und die ordentliche Steigung auf dem Weg nach oben ein wenig zu schaffen. Im oberen Bereich der Steigung wechselt der Charakter des Aufstiegs von steilem Weg zum Klettersteig. Als dann der seitliche Halt in Form von Griffhilfen nicht mehr vorhanden war, kamen wir zu der Entscheidung, diesen Aufstieg später noch einmal nachzuholen.
Wir kletterten zurück auf den Weg und planten einen alternativen Weg über einsame Wege entlang von atemberaubenden Schluchten zum nächsten Dorf. Entlang der Schluchten hatte sich eine angenehme Thermik aufgebaut, so dass die kräftige Sonne gut zu ertragen war. Uns begrüßte die Vegetation mit vielen Blüten, die Geographie mit herrlichen Ausblicken auf die Fortaleza, die Schluchten und die Nachbarinseln La Palma und El Hierro. Es fühlte sich schon an, als würde uns El Hierro rufen.
Die Bushaltestelle erreichten wir wenige Minuten vor Ankunft des Busses und um ein Haar hätte uns der Fahrer übersehen. Er erschrak sich und hielt uns einen längeren, spanischen Vortrag (vermutlich) über die Art des Aufenthaltes an einer Bushaltestelle. Wir verstanden nichts, stimmten allem zu und murmelten unser "disculpe!" (Entschuldigung) auf dem Weg zu unserem Sitzplatz.
Ein extra großer Softeisbecher schloss einen herrlichen Tag in der Innenstadt von San Sebastian fast mit dem Blick auf die John B. .